Angehörige von Besatzungsmitgliedern von U 364 gesucht
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Mein Name ist Shirley Bose und es ist mein Bestreben meines deutschen Großvaters zu gedenken – Kurt Arthur Fritz Heller –, der Obermaschinenmaat auf U 364 war, als am 31. Januar 1944 im Golf von Biscaya versenkt worden ist.
Meine Mutter war Deutsche und mein Vater war Inder. Sie lernten sich in London kennen, wo ich auch geboren wurde. Meine prägenden Jahre verbrachte ich in Kalkutta, Indien, und einen Teil meiner Schulzeit absolvierte ich in Deutschland. Damals interessierte ich mich nicht wirklich für Kurts Geschichte. Ich bin gereist und habe an vielen Orten gelebt und mich schließlich in Wales, Großbritannien, niedergelassen. Je älter ich geworden bin, desto mehr habe ich mich für Kurt interessiert, und da habe ich seine Geschichte aufgegriffen.
Meine Mutter ist 2010 gestorben. Bei meinem vorletzten Besuch bei ihr sah ich ein altes Album auf ihrem Nachttisch liegen. Ich fragte meine Mutter, ob ich es haben könnte. Wie sich herausstellte, enthielt das Album Bilder von Kurts Kindheit, seiner Heirat und seiner Ausbildung mit seinen Kameraden, Mamas Geburt usw. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nichts von diesem Album gewusst.
Wir springen ins Jahr 2018, als ich eines Abends das seltsame Gefühl hatte, dass Kurt wollte, dass ich mich an ihn erinnere. Er schien traurig darüber zu sein, vergessen zu werden. Abgesehen von dem Album wusste ich absolut nichts über ihn. Meine Mutter und meine deutsche Großmutter haben nie über die Vergangenheit gesprochen. Aufgrund dieses seltsamen Gefühls begann ich meine Online-Suche mit nur einem Wort: U 364. https://uboat.net/boats/u364.htm war mein erster Fund. Ich fand den Namen von Dr. Axel Niestlé in der Fußnote derselben Website-Seite und kaufte sein Buch: Deutsche U-Boot-Verluste während des Zweiten Weltkriegs.
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Meine Suche dauerte monatelang an, denn dieses seltsame Gefühl für Kurt blieb. Dann fand ich das Museum in Cuxhaven. Wow! Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Sie hatten tatsächlich einige Dokumente zu U 364. Ich setzte mich kurz darauf mit ihnen in Verbindung; Kai Steenbuck war mein Ansprechpartner.
Als ich diese Dokumente gefunden hatte, verschwand dieses seltsame Gefühl, das ich in den letzten Monaten verspürt hatte, so plötzlich, wie es gekommen war.
Dann stolperte ich über das U-Boot-Ehrenmal in Möltenort. Ich war mir nicht sicher, was ich erwarten sollte. Ich kontaktierte den Leiter und bat ihn, Kurts Namen unter U 364 zu überprüfen. Und tatsächlich, da war er! Ich weinte vor Freude. Ich glaube nicht, dass meine Mutter von dieser Gedenkstätte wusste. Sie hätte gerne gewusst, dass ihr Vater doch nicht vergessen war. Ich habe auch über U 995 am Strand von Laboe gelesen.
Ich werde 2025 60 Jahre alt und dachte, es wäre eine passende Geste, an den Koordinaten des Untergangs von U 364 einen Kranz niederzulegen (wenn möglich), in Erinnerung an den 24-jährigen Kurt und seine Kameraden. Mit Kais Hilfe habe ich diesen Artikel für das Jahrbuch des Museums geschrieben, in der Hoffnung, andere Nachkommen der Besatzung zu finden, die sich mir anschließen möchten. Wenn Sie also ein Nachfahre sind oder jemanden kennen, der einer ist, melden Sie sich bitte so bald wie möglich bei Kai unter: uboot-archiv-altenbruch@web.de .
Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören.