Strandgut – September

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Wieder U-Boot-Bau in Emden?

Wie die Geschäftsleitung der Nordseewerke Emden Shipyard (NES) Anfang September auf der SMM in Hamburg bekannt gab, ist vorgesehen, auf dem Gelände der Werft wieder U-Boote zu bauen. Die SMM ist mit 2.282 Ausstellern aus 69 Nationen und rund 50.000 Fachbesuchern die weltweit größte Messe der maritimen Wirtschaft. Sie findet alle zwei Jahre jeweils Anfang September in Hamburg statt. Die NES möchte einen eigenen U-Boottyp entwerfen, bauen, um damit eien Weg aus der tiefen Krise zu finden, in der das Traditionsunternehmen seit mehr als 10 Jahren steckt.

Die Bauhelling der Norseewerke Emden mit dem charakteristischen Bockkran von 1966. Foto: SteKrueBe, CC BY-SA 3.0

Nachdem die Nordseewerke im Jahr 2009 von Thyssen-Krupp abgestoßen worden waren und zwei Versuche, Teile für Offshore-Windanlagen zu bauen, fehlschlugen und in der Insolvenz endeten, hielt sich die Werft ab Oktober 2016 neben kleinen Bauaufträgen in erster Linie mit dem Bau von Schiffsteilen für die Meyer-Werft in Papenburg über Wasser. Im September 2018 ließ die Meyer-Werft diesen Vertrag dann wegen angeblich schlechter Qualität und verspäteter Auslieferung auslaufen und verweigerte die Zahlung der letzten Aufträge. Dadurch musste die Nordseewerke am 22. August 2018 zum dritten Mal Insolvenz beantragen.

Auf der Suche nach Wegen, die Abhängigkeit von der Meyer-Werft zu verringern, kam bei NES zunächst der Gedanke auf, ausgemusterte U-Boote der Bundesmarine anzukaufen, um sie nach gründlicher Überholung gewinnbringend wieder zu verkaufen. Die Werft verfügt noch über ihre speziellen Einrichtungen zum U-Bootbau, zudem haben viele qualifizierte ehemalige Mitarbeiter in der Region noch keine neue Beschäftigung gefunden und würden den Nordseewerken wieder zur Verfügung stehen. Die Geschäftsleitung der NES möchte nun dieses brachliegende Potenzial nutzen um sich mit einem eigenen U-Boottyp im potenziell recht lukrativen Geschäftsfeld des U-Bootbaus gegen die starke internationale Konkurrenz durchzusetzen. Dabei ist allerdings noch völlig unklar, ob in Zukunft überhaupt noch etwas bei den Nordseewerken gebaut wird, da der Fortbestand des Unternehmens nicht gesichert ist. Der Investor und Geschäftsführer der NES Patrick Hennings-Hueb möchte versuchen durch das Insolvenzverfahren bzw. auch durch die Gründung einer neuen Gesellschaft die Schuldenlast des Unternehmens zu verringern und steht dazu in Verhandlungen mit dem zuständigen Insolvenzgericht, deren Ausgang trotz positiver Signale zur Stunde noch ungewiss ist.

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