Strandgut – Juli

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Neues von „Das Boot“ (2018)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Filmmakers Live“ des Filmfests München stellten sich die Macher der Sky-Serie „Das Boot“, die ab Herbst 2018 exklusiv auf Sky ausgestrahlt werden soll, einer interessierten Öffentlichkeit. Der Regisseur Andreas Prochaska, die Darsteller Vicky Krieps und Rick Okon der Fiction-Chef von Sky Marcus Ammon und der Produzent der Bavaria-Studios zeigten ausgewählte Szenen, u.A. einen Luftangriff auf das U-Boot und ein Verhör an Land und stellten sich anschließend auf dem Podium den Fragen des Publikums. Zum Ende der Veranstaltung betrat Klaus Doldinger, der Komponist der Filmmusik der originalen Produktion von 1981, als besonderer Überraschungsgast das Podium. Mit seinem Segen wird sein musikalisches Hauptmotiv im aktuellen Projekt wieder aufgenommen.

Die Idee zu einer Neuauflage von „Das Boot“ stammt vom Geschäftsführer der Bavaria Film Dr. Christian Franckenstein. Noch vor zehn bis 15 Jahren hätte man sich ein Projekt wie dieses noch nicht vorstellen können, räumte der Geschäftsführer der Bavaria Fiction (vormals Bavaria Fernsehproduktion) Jan S. Kaiser, seines Zeichens Diplomökonom, ein. Inzwischen hoffe man aber darauf, dass der Markt es erlaube, die Marke „Das Boot“ wiederzubeleben. Anfänglich hätte man ein Remake von Wolfgang Petersens Klassiker in Erwägung gezogen, sei dann aber doch zu dem Ergebnis gekommen, dass man dieses Meisterwerk selbst mit neuesten und aufwändigsten Visual Effects nicht besser machen könnte. So entschied man sich zu einer Serie mit völlig neuer Handlung, die inhaltlich allenfalls vage Bezüge zum Film-Vorgänger haben soll.

Aufnahme des 1:1-Modells von U 612 bei den Dreharbeiten in La Rochelle. Foto: Bavaria Film

Die Handlung der aktuellen Produktion soll 9 Monate nach der des Originalfilms einsetzten und dieses Mal zwei Handlungsstränge umfassen, die durch ein Geschwisterpaar verknüpft sind. An Bord von U 612, das gerade zu seiner ersten Feindfahrt ausläuft, verrichtet der Funker Frank Strasser seinen Dienst und erlebt dabei den U-Boot-Krieg, während seine Schwester Simone als Übersetzerin für die Wehrmacht in La Rochelle tätig ist. Dort kommt sie mit dem sich formierenden französischen Widerstand in Kontakt und Gerät in ein Spannungsfeld zwischen Sympathie für die Resistance und Loyalität zu ihrem Vaterland. Dieses wird noch gewürzt durch eine verbotene Liebe. Nach Aussage von Produzenten sollen sich die beiden Handlungsstränge ungefähr die Waage halten.

Die Aufnahmen für „Das Boot“ nahmen insgesamt 105 Drehtage in Anspruch und kosteten rund 26,5 Millionen Euro. Zunächst wurde im Hafen von La Rochelle auf einem fahrtüchtigen 1:1-Modell eines VII C-U-Bootes gedreht. Dieses Requisit mit einem Gewicht von 240 t wurde vom Szenenbildner Götz Weidner gebaut. Möglicherweise wurde es gar nicht speziell für „Das Boot“ angefertigt, sondern ist das Modell, das Weidner ursprünglich 1999 für den Film „U-571“ gebaut und dann später im amerikanischen Film „Gefangen in eisigen Tiefen“ (2001) geringfügig modifiziert als amerikanisches U-Boot wieder verwendet hat. Schon beim originalen „Das Boot“ war Weidner beteiligt. Er war seinerzeit als verantwortlicher Szenenbildner in La Rochelle für die Gesamtorganisation dort verantwortlich. Die verschiedenen U-Boot-Modelle und das Bootsinnere wurden damals unter der Leitung von Rolf Zehetbauer mit akribischster Detailversessenheit angefertigt. Das Bühnenbild in den Bavaria Studios, durch das sich noch heute Busladungen von Touristen quetschen, und die Modelle wurden teilweise auch für spätere Produktionen verwendet. So kam zum Beispiel das 1:1-Modell von U 96 im amerikanischen Film „Jäger des Verloren Schatzes“ (1981, Indiana Jones) wieder zum Einsatz.

Dreharbeiten auf dem 1:1-Modell, Foto: Bavaria Film

Später wurden in München Bar- und Bordellszenen und in Prag die Innenaufnahmen im U-Boot gefilmt. Zuletzt entstanden in einem großen Meerwasserbecken auf Malta, in dem schon Szenen für zahlreiche U-Boot-Filme sowie auch für andere Filme, in denen das Meer eine besondere Rolle spielt, wie zum Beispiel „Titanic“ (1997) gedreht wurden, die ganz besonders feuchten Szenen von „Das Boot“. Dabei bleibt allerdings abzuwarten, wie sich der Handlungsstrang an Land entwickelt.

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