Strandgut – Juni

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“Auslastungstief” bei ThyssenKrupp Marine Systems

Bis zuletzt hatte ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS), die Kieler Schiffs- und vor allem U-Boots-Bau-Sparte des Essener Konzerns um einen großen U-Boot-Deal mit Australien über zwölf Boote mit einem Volumen von 35 Milliarden Euro gekämpft, letztlich erhielt aber der Pariser Konzern Direction des Constructions Navales (DCNS), an dem der französische Staat mit 62,5% beteiligt ist, den Zuschlag. Die genauen Gründe werden TKMS noch von der Australischen Regierung mitgeteilt werden, es kommen aber mehrere Gründe in Betracht. So könnten zwar technische Aspekte eine Rolle gespielt haben, TKMS ging mit einer erheblich vergösserten Version seiner vom Ingenieurkontor Lübeck entwickelten Dolphin II-Klasse ins Rennen, während DCNS mit einer verkleinerten und mit konventionellem statt atomaren Antrieb ausgestatteten Version seiner für die französische Marine in Bau befindlichen Suffren-Klasse (auch Barracuda-Klasse genannt) punkten wollte. Es könnte auch sein, dass die Australische Regierung das sehr günstige deutsche Festpreis-Angebot angezweifelt hat. Letztendlich dürfte aber die grössere politische Unterstützung für den Deal auf französischer Seite, so Branchen-Insider, den Ausschlag für DCNS gegeben haben.

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Die U-Boote für die australische Marine sollen ohnehin auch in Australien gebaut werden und offiziell gibt TKMS bekannt, auch ohne den Australien-Deal über eine hohe Auslastung für die Fertigung von U-Booten zu verfügen. Trotzdem prüft ThyssenKrupp jetzt , ob seine Werften-Tochter noch strukturell richtig aufgestellt ist und wie die Leistungsfähigkeit in einem dynamischen und sehr herausfordernden Wettbewerbsumfeld weiter gesteigert werden könnte. Zwar gäbe es bislang nur erste Überlegungen, die sich zudem noch in einem frühen Stadium befänden, in einer internen Mitteilung der Geschäftsführung von TKMS an seine Mitarbeiter ist aber bereits von “Wegfall von Beschäftigung” und einem “Auslastungstief” die Rede. So sei vielen Zeitarbeitern bereits mitgeteilt worden, dass sie das Unternehmen zum Ende des Monats zu verlassen hätten.  TKMS ist mit 3500 Mitarbeitern und 600 Zeitarbeitern einer der größten Arbeitgeber Schleswig-Holsteins.

Quellen:

Britische Fregatte stösst auf russisches U-Boot

Die Stary Oskol (2015) Von Mil.ru, CC-BY 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44118203
Die Stary Oskol (2015) Von Mil.ru, CC-BY 4.0

In der Nordsee ist die britische Fregatte HMS Kent (F78) auf das russische U-Boot Stary Oskol getroffen. Dieses ist ein Boot der dieselelektrisch angetriebenen Kilo-II-Klasse, die von Russland auch in verschiedene andere Nationen exportiert wurde. Während das britische Verteidigungsministerium betont, ein wachsames Auge auf heimische und internationale Gewässer zu haben und dass das Auffinden des U-Bootes eine gemeinsame Anstrengung der NATO-Partner gewesen sei, verweist das russische Verteidigungsministerium darauf, dass das U-Boot mit langsamer Fahrt, aufgetaucht und mit Schlepper-Begleitung gefahren sei.

Quellen:

 

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