Häufig gestellte Fragen

1. Was ist das U-Boot-Museum in Cuxhaven-Altenbruch?

Das U-Boot-Museum in Cuxhaven-Altenbruch besteht unter dieser Bezeichnung aus dem eigentlichen Museum mit einer Sammlung aus beschafften, geschenkten und aus Nachlässen erhaltenen Exponaten verschiedenster Art und einem gesonderten Archiv. Die Sammlung ist in nunmehr über 60 Jahren zu ihrem heutigen Bestand aufgewachsen und füllt inzwischen ein ganzes Haus. Das seit 2003 räumlich getrennte Archiv ist eine ständig weiter wachsende Sammlung aus Dokumenten und Literatur zur Unterwasserfahrt mit Schwerpunkt in der Geschichte der U-Bootwaffe der Kaiserlichen Marine und der Kriegsmarine.


2. Kann man jederzeit in das Museum und wie hoch ist der Eintritt?

Das Museum kann nur nach Voranmeldung und nur in Begleitung eines Führers betreten werden. Regelbesichtigungszeitraum ist in den Sommermonaten der Donnerstagvormittag nach Anmeldung. Das Archiv kann ebenfalls nach Voranmeldung betreten werden. Angemeldete persönliche Recherchen können nach vorheriger Einweisung auch über mehrere Tage hinweg im Archiv selbständig erfolgen. Eintrittsgebühren werden nicht erhoben, Spenden sind aber jederzeit willkommen.


3. Was ist der Unterschied zwischen Museum und Archiv?

“U-Boot-Museum” ist die Gesamtbezeichnung für die museale Sammlung und das Archiv zur internationalen Unterwasserfahrt. Im Gegensatz zum eigentlichen U-Boot-Museum mit der Präsentation von U-Boot-bezogenen Exponaten ist das U-Boot-Archiv die gesonderte Sammlung von Dokumenten, in- und ausländischer Literatur sowie Bild- und Filmmaterial zur internationalen Unterwasserfahrt.


4. Was gibt es im Museum und Archiv an Besonderem?

Im U-Boot-Museum sind einzigartige Exponate vor allem aus dem U-Bootkrieg im Ersten und Zweiten Weltkrieg zu besichtigen, von Modellen über persönliche Ausrüstungsgegenstände, Uniformen und Orden von U-Bootfahrern, darunter berühmter Angehöriger der U-Bootwaffe. Das Archiv hält als besonderen Besitz über 160.000 Originalphotos von U-Booten und deren Besatzungen, absolut einmalige Filmaufzeichnungen von U-Bootfahrern und die weltweit vermutlich umfangreichste Sammlung der durch britische und US-amerikanische Dienststellen nach 1945 auf Mikrofilm gesicherten Kriegstagebücher von U-Booten der Kaiserlichen Marine und Kriegsmarine.


5. Ist das U-Boot-Museum eine heimliche Kultstätte für den Großadmiral Karl Dönitz?

Dieser mögliche Vorwurf kann nachdrücklich zurückgewiesen werden. Museum und Archiv unterhalten eine weitgehend bewertungsfreie Sammlung von Exponaten, Literatur, Dokumenten, Photo und Filmmaterialen aus der internationalen Unterwasserfahrt, natürlich mit besonderem Schwerpunkt der Kaiserlichen Marine, Kriegsmarine und Bundesmarine. Großadmiral Dönitz als wichtige zeitgeschicht-liche Persönlichkeit und Befehlshaber der U-Boote der Kriegsmarine wird in diesem Zusammenhang selbstverständlich weder verdrängt, noch in unangemessener Weise herausgestellt, aber er wird natürlich in Exponaten und Dokumenten faktengerecht dargestellt. Das U-Boot-Archiv hat seinen hervorragenden internationalen Ruf u.a. dadurch, dass von hier nur nachweisbare Fakten hinausgehen – keine durch irgendwelche Einflüsse gefärbten Ansichten oder Vermutungen – siehe auch Punkt 10.


6. Wer steuert die Führung von Museum und Archiv und wer überwacht den ordnungsgemäßen Geschäftsbetrieb?

1986 wurde die bislang private Sammlung für das Museum und das Archiv in eine Stiftung umgewandelt. Unter dem Namen “Deutsches U-Boot-Museum – Archiv für Internationale Unterwasserfahrt” ist diese eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, sie ist nicht profitorientiert. Die Stiftung, nach amtsgerichtlich niedergelegter Satzung aus den Organen “Vorstand” und “Beirat” bestehend, steuert die Führung vom Museum und Archiv. Stiftungsziele sind der Erhalt, der Ausbau und die weitere Betreuung der musealen Sammlung und des Archivs zum Zwecke der Traditionspflege der U-Bootfahrer, sowie die Unterstützung und Förderung wissenschaftlicher Arbeiten zur internationalen Unterwasserfahrt. Die Führung von Museum und Archiv wird durch den Stiftungsvorstand mit zur Zeit 6 Mitgliedern gesteuert, geschäftsführend ist dabei der Gründer der privaten Sammlung und späteren Stiftung, Horst Bredow. Der Stiftungsbeirat mit zur Zeit 9 Mitgliedern, darunter auch die Deutsche Marine und die Stadt Cuxhaven in ihrer Rolle als Stiftungsaufsicht, prüft jährlich die Arbeit des Vorstandes und billigt sie, sofern keine Einwände vorliegen.


7. Gibt es regelmäßig und öffentlich zugängliche Geschäftsberichte?

Die Stiftung “Deutsches U-Boot-Museum – Archiv für Internationale Unterwasserfahrt” hat jährlich ein ordentliches Treffen, auf dem ein Jahresbericht, einschließlich eines Kassenberichts und Wirtschaftsplan für das jeweils nächste Jahr, des Stiftungsvorstandes vorgestellt und abgestimmt wird. Dieser Bericht wird allen Mitgliedern der Vorstandes und Beirats als Kopie ausgehändigt. Darüber hinaus wird der Tätigkeitsbericht des geschäftsführenden Vorstands der Stiftung in dem jährlich herausgegebenen “Jahrbuch” des Freundeskreises veröffentlicht.


8. Was passiert mit dem Museum und Archiv im Falle eines gesundheitsbedingten Ausfalls seines Gründers und geschäftsführenden Vorstandes Horst Bredow?

Die satzungsmäßige Gestaltung der Stiftung und des unterstützenden “Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseeboote e.V.” (FTU) sowie in den letzten Jahren bewährte Form der Arbeit des Museums und der Archivs mit zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeitern gewähr-leisten jederzeit ein Weiterbestehen dieser Institutionen, wobei das Fehlen der Kraft und des Gedächtnisses von Horst Bredow natürlich kaum zu ersetzen sein und einen großen Verlust darstellen würde.


9. Welche Veröffentlichungen erfolgen durch Museum und Archiv?

Hauptveröffentlichung des Museums und Archivs sind Beiträge im Jahrbuch des “Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseeboote e.V.” (FTU). Weitere, selbst veranlasste Veröffentlichungen werden, abgesehen von gelegentlichen Vorträgen von Mitgliedern der Stiftung und des Freundeskreises, nicht mehr gemacht. Indirekt erfährt Museum und Archiv jedoch immer wieder eine Erwähnung in der erscheinenden in- und ausländischen Fachliteratur oder Radio- und TV-Produktionen, sofern Dokumente und/ oder Interviews mit Mitgliedern der Stiftung und des Freundeskreises dazu gesammelt wurden.


10. Was sind die Prinzipien des Archivs im Beantworten von Anfragen zu Ereignissen mit U-Booten?

Jegliche Antwort zu Fragen um U-Boote, deren Besatzungen und Einsätze, befolgt strikt eine nur auf Fakten, in der Regel amtlichen Dokumenten, beruhende Auskunft. Auf Annahmen, Überlieferungen oder subjektive Verbrämung beruhende Antworten werden vermieden. Sofern persönliche Erinnerungen von ehemaligen U-Bootfahrern zur Grundlage von Antworten gemacht werden, wird dies ausdrücklich als Vorbehalt erwähnt. Einfaches Wiedergeben von Daten und Fakten aus der Literatur wird vermieden, hingegen können Querverweise auf bestehende Literatur zu bestimmten Fragestellungen erfolgen. Es gibt bei Antworten keinerlei Versuche von Ge-schichtsklitterung durch selektive und geschönte Zusammenstellungen. Technische Unzulänglichkeiten von Booten, deren Anlagen, Ausrüstung und Waffen, Fehler und Fehlverhalten von U-Bootbesatzungen, Offizieren und der U-Boot-Führung werden ebenso bei Antworten genannt wie persönliche Darstellungen und Berichte der U-Boot-Kommandanten in Kriegstagebüchern, auch wenn diese nachteilig sein mögen.


11. Wie kann man mit Unterstützung des U-Boot-Museums und Archivs Recherchen zur Geschichte der Unterwasserfahrt anstellen?

Anfragen zu U-Booten und deren Besatzungsmitgliedern sowie Operationen von U-Booten können per Brief erfolgen. Diese werden je nach Inhalt und Aufwand der Bearbeitung in angemessener Zeit beantwortet, bei beigefügten Kopien von Dokumenten und Photos werden nach den Satzungen des fördernden Freundeskreises Spenden zur Abdeckung der entstandenen Unkosten erbeten. Bei um-fangreicheren Recherchen empfiehlt sich unbedingt ein persönlicher Besuch von Museum und Archiv, der auch gerne mehrere Tage umfassen kann.


12. Gibt es in der Nähe des Museums und Archivs Unterkunftsmöglichkeiten bei längeren Aufenthalten für Recherchezwecke?

Ja, in Cuxhaven-Altenbruch gibt es sowohl Hotels, Pensionen als auch Privatunterkünfte gegen Bezahlung in unmittelbarer Nähe von Museum und Archiv.


13. Welche Rolle spielt der Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseeboote e.V.?

1992 wurde zur Erhaltung und dem weiteren Ausbau vom Museum und Archiv ein “Freundeskreis Traditionsarchiv Unterseeboote e.V.” (FTU) gegründet. Dessen annähernd 1.000 in- und ausländische Mitglieder unterstützen die Arbeit und den Fortbestand von Museum und Archiv durch ehrenamtliche Mitarbeit, Beiträgen und Spenden. Einmal jährlich werden die Mitglieder zu einer ordentlichen Jahreshauptversammlung eingeladen und zu Jahresbeginn erscheint jeweils ein Jahrbuch des Freundeskreises.


14. Ist der Freundeskreis nicht eher eine Vereinigung von kriegsverherrlichen Militaristen und von alten U-Boot-Kämpfern, die nur einer verklärten Vergangenheit anhängen?

80% der Mitglieder des Freundeskreises sind unter 50 Jahren. Zudem sind die noch lebenden ehemaligen U-Bootfahrer inzwischen weit in ihren 80ern oder noch älter und können an der Arbeit des Freundeskreises deshalb bis auf wenige Ausnahmen kaum noch teilhaben. Sie vertreten aber die durch ihre Erfahrung entstandene Ansicht:

Wer Krieg erleben musste, kann ihn nicht verherrlichen. Wie wissen, wie grauenhaft und unsinnig j e d e r Krieg ist. Durch Weitergabe dieser Erfahrung kämpfen wir für Frieden.


Den größten Anteil der jüngeren Mitglieder stellen Nachkommen oder Verwandte ehemaliger U-Bootfahrer. Deswegen sind sie daran interessiert, die Arbeit der Stiftung als Mitglieder im Freundeskreis zu unterstützen. Ganz ohne militärischen Hintergrund sind andere historisch oder technisch interessiert. Für Modellbauer und Wracktaucher gibt es innerhalb des FTU spezielle Untergruppen.

Wir erinnern und
gedenken
an die Opfer von
Krieg und Gewalt.
Damit niemand
vergisst,
wie kostbar der
Frieden ist.