September

Australische Marine studiert auch japanische “Sōryū“-Klasse U-Boote

In der November 2011-Ausgabe unseres “Strandguts” hatten wir über die Zukunft der australischen U-Bootwaffe berichtet. Nun berichten die Medien von der Absicht des Projektleiters für Australiens “Future Submarine”- Programm, Konteradmiral Rowan Moffitt, und des Leitenden Wissenschaftlers des Verteidigungsministeriums, Dr. Alexander Zelinsky, nach Japan zu reisen, um sich dort in das “Sōryū”-Klasse U-Boot der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte einweisen zu lassen, die seit 2009 in dieser Marine eingeführt sind. Die Reise geht auf einen Besuch des Chefs der Japanischen Marine, Admiral Masahiko Sugimoto, im Juni 2012 in Australien zurück, wo dieser den Australiern eine entsprechende Zusammenarbeit angeboten hat, nachdem im Dezember 2011 in Japan das seit Kriegsende bestehende Waffenexport- Embargo offiziell aufgehoben wurde.

Die 4.200 t verdrängenden japanischen “Sōryū”-Klasse U-Boote würden zumindest von ihrer Größe her, aber auch einigen ihren Fähigkeiten her, den Vorstellungen des in 2009 veröffentlichten australischen Weißbuches zur Schaffung einer 12 Einheiten umfassenden U-Boot Flottille zum Ersatz der bisherigen 6 “Collins”-Klasse U-Boote ab etwa 2026 nahe kommen, so dass nun einige Erwartungen seitens der Australischen Marine an diese Entwicklung geäußert wurden.

Hakuryū (SS-503), Guam im Jahr 2013
Hakuryū (SS-503) der “Sōryū”-Klasse, Guam im Jahr 2013

Die “Sōryū”-Klasse U-Boote sind eine neue U-Boote Klasse der japanischen Marine, die seit 2005 auf den Werften von Mitsubishi in Nagasaki und Kawasaki in Kobe zu gleichen Anteilen gebaut werden. Vier dieser U-Boote (Sōryū/ SS-501, Unryu/ SS-502, Hakuryu/ SS-503, Kenryu/ SS-504) sind inzwischen in Dienst gestellt, drei weitere (SS-505 bis SS-507) im Bau und sollen zwischen 2013 und 2015 zulaufen. Die U-Boote verdrängen bei einer Länge von 84 m und einer Breite von 9,1 m aufgetaucht 2.950 t und getaucht 4.200 t. Sie können mit ihrer Kombination aus diesel-elektrischem und außenluftunabhängigem Antrieb durch Sterling-Motoren aufgetaucht bis zu 13 kn und getaucht bis zu 20 kn laufen und haben eine Reichweite von bis zu 6.100 sm bei 6,5 kn Fahrt. Die Boote haben 6 Torpedorohre für den Verschuss von 53,3 cm Torpedos, können aber auch mit UGM-84 “Harpoon” Seezielflugkörpern ausgerüstet werden. Die Besatzung wird mit 65 Soldaten angegeben.


Quellen:

U-Boote der Kriegsmarine machen wieder Schlagzeilen

Ende Juli 2012 gab es zwei Meldungen in den internationalen Medien, die schnell eine große Verbreitung fanden, weil sie ein weiteres Mal U-Boote der Kriegsmarine betrafen bzw. angeblich betreffen sollten.

Die Meldungen zum ersten U-Boot waren noch klar und eindeutig, weil sie die Entdeckung des Wracks von U 550 durch ein US-Wracktaucherteam in großer Tiefe vor der US-Ostküste vor der Insel Nantucket, Massachusetts, betrafen, nachdem diese Spezialisten angeblich schon seit Jahren nach diesem U-Boot gesucht hatten. In den Medi-en wurden nun gut erkennbare Bilder von den Sonaraufnahmen des Wracks von U 550 veröffentlicht. U 550 war am 16.04.1944 durch drei Geleitzerstörer der US Navy (USS Gandy, USS Joyce und USS Petersen) bekämpft und versenkt worden, 44 U-Bootmänner fanden dabei den Tod, 12 überlebten. Unter den Überlebenden war auch der damalige Leitende Ingenieur, Oberleutnant zur See Hugo Renzmann, der wegen dieser Entdeckung als heute noch lebender 91jähriger zu einem gesuchten Interviewpartner geworden ist

Die zweite, ein angebliches deutsches U-Boot betreffende Nachricht kam aus Kanada, wo im Fluss Churchill in Labrador in rund 20 Meter Tiefe etwa 100 km landeinwärts vom offenen Atlantik bei der Ortschaft Muskrat Falls ein etwa 30 Meter langes Objekt auf dem Grund des Flusses gefunden worden ist, das nach Einschätzung der kanadischen Unterwasserspezialisten durchaus ein kleineres U-Boot gewesen sein könnte und nun noch genauer untersucht werden soll.

Die Medien haben sich danach fast überschlagen in Sensationsmeldungen über ein angebliches U-Boot der Kriegs-marine an diesem Ort, ernsthafte Nachprüfungen sind bislang unterblieben und auch weitere Meldungen dazu werden nun merklich seltener, zumal die kanadischen Wrackspezialisten bislang keinerlei weitere Ergebnisse ihrer laufenden Untersuchungen veröffentlicht haben. Die Geschichte kann mit einiger Berechtigung als gelungener PR-Gag eingeordnet werden, denn die Kriegsmarine hat weder 30 Meter lange U-Boote betrieben ( VII C U-Boote waren zwischen 67 und 77 Meter lang und IX C U-Boote zwischen 76 und 87 Metern, die Klein U-Boote hingegen nur zwischen 7 und 12 Metern), noch sind Fahrten von deutschen U-Booten mehr als 100 km einen Fluss hinauf in unbekanntes Terrain bei allem Wagemut überhaupt vorstellbar.

Quellen:

  • CBC News v. 25.07.2012
  • www.theaurora.ca v. 06.08.2012
  • Bild am Sonntag v. 05.08.2012

Feuer auf USS Miami durch Brandstiftung

Am 23.05.2012 kam es im Arsenal der US Navy in Portsmouth zu einem größeren Brand auf dem dort im Trockendock für eine Grundüberholung liegenden Atom U-Boot USS Miami (SSN-755), dessen Schaden danach auf ca. 400 Mill USD geschätzt wurde (siehe Strandgut 07-2012). Die Ermittlungen des Kriminalpolizeilichen Dienstes der US Navy (Navy CID) haben nun ein überraschendes Ergebnis erbracht. Danach hat der 24-jährige aus Portsmouth stammende zivile Arsenalarbeiter Casey James Fury, der dort als Sandstrahlgebläse-Bediener und Maler angestellt war, das Feuer gelegt, weil er, so seine Aussagen, unter Angstzuständen und Depressionen litt und eine frühzeitige Beendigung seiner Beschäftigung wollte.

Das nun folgende Gerichtsverfahren kann im Höchstfall zu einer lebenslangen Haftstrafe und einer Geldstrafe von bis zu 250.000 USD führen, noch in diesem Monat soll offizielle Anklage durch das Regionalgericht in Portland erhoben werden. Bei den Ermittlungen gab Casey auch einen weiteren Versuch einer Brandstiftung im Trockendock der USS Miami am 16.06.2012 zu, der aber nur zu leichten Schäden am inneren Dockkörper führte, schnell gelöscht werden konnte und keine Verletzungen ergab. Die ersten Untersuchungen zur Ursache der Feuer gingen noch von einem durch einen Staubsauger verursachten Schwelbrand im vorderen Unterkunftsbereich des U-Bootes aus. Furys Geständnis ergab nun, dass dieser wegen seiner Angstzustände und durch die Einnahme von Anti-Depressiva einfach einige der auf einer oberen Koje in der Mannschaftunterkunft abgelegten Wäschestücke mit seinem Feuerzeug in Brand gesetzt hätte.

Quelle:

  • Associated Press (AP) v. 23.07.2012