Range, Clemens

Range, Clemens
Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr
Verlag Translimes Media, Müllheim-Britzingen, Dezember 2013,
ISBN: 978-3-00-043646-8, 44,90 €

p337_1_00Der 1955 geborene Journalist, u.a. 14 Jahre bei der Tageszeitung „Die Welt“, und heutige Inhaber einer Kommunikationsagentur Clemens Range, ist seit jungen Jahren auch als Autor mehrerer Bücher zur Bundeswehr (1978: Das Heer der Bundeswehr, 1990: Generale und Admirale der Bundeswehr und 2005: Die geduldete Armee) und zu ausgewählten Offizieren der Wehrmacht (1974: Die Ritterkreuzträger der Kriegsmarine, 2010: Tapferer Adel) hervorgetreten. Ende 2013 veröffentlicht er im Eigenverlag nun sein neuestes Werk zu den Generälen und Admirälen der Bundeswehr, die zuvor auch in früheren deutschen Armeen gedient haben. Range hat sich in seiner journalistischen Tätigkeit viel mit Fragen der Sicherheitspolitik und Militärgeschichte auseinandergesetzt, er ist Reserveoffizier der Bundeswehr.

Range hat sich bei seiner Medienarbeit und mit seinen Veröffentlichungen in der pluralistischen Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland naturgemäß nicht nur Freunde gemacht und wird vor allem wegen seiner militärgeschichtlichen Darstellungen und deren wertenden Aussagen jenseits der rein faktischen Präsentationen von militärischen Persönlichkeiten teilweise kritisch beurteilt. Gleichwohl sind vor allem seine Zusammenstellungen von biographischen Daten militärischer Führer für viele eine inzwischen sehr geschätzte Quelle für die Erarbeitung von Gesamtbildern unter Einschluss der handelnden Persönlichkeiten, um zu einer ausgewogenen und eher faktischen Darstellung und Bewertung in der jüngeren Militärgeschichte zu gelangen und sich dabei dem Zeitgeist eher zu enthalten.

Sein jüngstes Buch ist vom Umfang und Dateninhalt her überwältigend und zeugt von einer bemerkenswerten Recherche-Arbeit. Auf 641 Seiten werden den Lesern allein 546 Seiten mit Portraits der Generale und Admirale der Bundeswehr mit Vordienstzeiten in früheren deutschen Armeen angeboten. Neben einem dreiseitigen Vorwort und 24 Seiten Einleitung gibt es weitere 51 Seiten Anhang, darunter eine bislang nicht gesehene Zusammenstellung verwandtschaftlicher Verhältnisse, sowie noch 12 Seiten mit Literatur- und Quellenangaben, Abkürzungsverzeichnissen und Bildnachweisen.

Diese Buchbesprechung soll keine Gesamtbewertung des Buches mit ihren 828 dargestellten Generälen und Admirälen sein sondern sich konzentrieren auf die Offiziere der U-Bootwaffe der Kriegsmarine, die in die Marine der Bundesrepublik Deutschland eingetreten sind und dort in Admiralsränge aufgestiegen sind. Von den in der o.a. Gruppe insgesamt 105 dargestellten Admirälen der Bundesmarine hatten 31 Vordienstzeiten auf U-Booten der Kriegsmarine, darunter 23 als Kommandanten/ Kommandeure. Auch soll die umfangreiche Einführung („In Krieg und Frieden bewährt“) nicht näher betrachtet werden.

Der Autor bietet, oft zum ersten Mal in diesem Detaillierungsgrad, viele Information zum privaten, zivilberuflichen und militärischen Leben der ehemaligen U-Bootoffiziere nach Kriegsende und dürfte damit viele Lücken in bisherigen Zusammenstellungen schließen, z.B. das bisherige Standardwerk von Busch/ Röll. Wer also mehr über zum Teil prominente ehemalige U-Bootkommandanten mit Dienstzeiten in der Bundesmarine erfahren will, wird in diesem Buch fündig werden, dazu werden im Einzelnen dargestellt die Kommandanten und Kommandeure Arendt, Bethge, Feindt, Fenn, Flachsenberg, Freiwald, Fuchs, Grote, Guggenberger, Gysae, Hartwig, von Holleuffer, Ites, Kretschmer, Kuhnke, Poser, Reeder, Rösing, Schreiber, von Schroeter, Steinhaus, Thomsen und Topp, wie auch die U-Bootwachoffiziere Benzino, Boller, Geffers, Thäter, sowie die LIs Dingeldein, Looschen, Martin und Schünemann.

Range belässt es zumeist bei einfacher Aufzählung biographischer Daten, nur die ehemaligen Kommandanten Guggenberger, Kretschmer, Poser, Steinhaus und Topp erfahren zusätzliche biographische Darstellungen, die aber, wie bei derartigen ergänzenden Informationen bei anderen Admirälen und Generälen im Buch gelegentlich die rein faktische Ebene verlassen und Wertungen enthalten, welche sowohl in der Sprache als auch Aussage sicherlich sehr unterschiedliche Billigungen finden dürften.

Das Buch ermöglicht also in sehr übersichtlicher und gut strukturierter Form das schnelle Nachlesen der biographischen Stationen einiger ehemaliger U-Bootoffiziere, die nach dem Krieg in wichtigen Führungspositionen inner-halb und außerhalb der kleinsten Teilstreitkraft der Bundeswehr gedient haben und somit einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau von Streitkräften in der jungen Demokratie Bundesrepublik Deutschland geleistet haben. Besonders hilfreich erweisen sich auch die ergänzenden Angaben des Anhangs.


Fazit
:

Das Buch überzeugt vor allem als Nachschlagewerk und sollte auch als solches eingeordnet werden. Mit sehr großem Detaillierungsgrad sind nicht nur Portraits von ehemaligen U-Bootoffizieren der Kriegsmarine, die Karriere in der Bundesmarine gemacht haben, nachzulesen, sondern auch bislang in dieser Straffheit noch nicht veröffentlichte Zusammenstellungen zu verwandtschaftlichen Beziehungen, Orden, Ehrenzeichen, aber auch zum privaten und beruflichen Nachkriegsleben in Politik, BGS, u.ä. zu finden. Wer an Marinegeschichte interessiert ist, findet mit diesem Buch eine sehr gute Ergänzung und Aktualisierung seiner bisherigen Sammlungen dazu, vor allem hinsichtlich des Bestandes an biographischen Informationen einiger U-Bootoffiziere, nicht wenige davon mit herausragender militärischer Vergangenheit im Einsatz an Bord.


Verfasser: Peter Monte am 20.02.2014