Strandgut – Juli

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Britisches Unterhaus beschließt Erneuerung seiner U-Boote mit ballistischen Raketen

Nach fünfstündiger Debatte beschloss das britische Unterhaus am 18. Juli, die britische Flotte von U-Booten mit ballistischen Raketen (SSBN) für insgesamt 31 Milliarden Pfund (37 Milliarden Euro) zu erneuern. Diese Flotte von derzeit 4 Atom-U-Booten der Vanguard-Klasse (HMS Vanguard, HMS Victorious, HMS Vigilant und HMS Vengeance), von denen stets eines auf See ist, trägt das gesamte nukleare Arsenal Großbritanniens, das – nach der Ausmusterung luftgestützter Atomwaffen 1998 – als einzige Atommacht ausschließlich über seegestützte Atomraketen verfügt. Diese sind vom amerikanischen Typ “Trident” und müssen voraussichtlich erst in den 2040er Jahren erneuert werden. Da die Boote der Vanguard-Klasse, die in den 90er Jahren in Dienst gestellt wurden, nicht so lange in Dienst bleiben können, sollen sie durch Neubauten ersetzt werden. Die Ablieferung des ersten Bootes soll im Jahr 2028 stattfinden.

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Ein U-Boot der Vanguard-Klasse verläßt den Hafen    Foto: Paul Kemp/MOD OGL

Die der Abstimmung vorangegangene Debatte drehte sich also um die britische Atomstreitkraft an sich. Nach Premierministerin Theresa May sei in Hinblick auf Russland und Nord-Korea die nukleare Bedrohung nicht vergangen, wenn überhaupt sei sie größer geworden. Sie hält es für einen „Akt grober Verantwortungslosigkeit“, die Fähigkeit, diesen nuklearen Bedrohungen zu begegnen, zu verlieren, indem man sich der „ultimativen Rückversicherung gegen diese Bedrohungen“ beraubt. May wäre, wie sie auf direkte Nachfrage unterstrich, bereit ohne zu Zögern als letzte Maßnahme Atomwaffen einzusetzen.

Der Labour-Chef Jeremy Corbin, der sich schon lange für eine pazifistische Außenpolitik sowie einen NATO-Austritt Großbritanniens einsetzt, hingegen sieht in der „Drohung mit Massenmord“ keine „legitime Art, mit der man internationale Beziehungen angeht“. Großbritanniens Besitz von Atomwaffen hätte ISIS in Irak und Syrien oder Saddam Hussein in keiner Weise abgeschreckt.

In der Abstimmung, die von Protesten von Atomwaffengegnern vor dem Parlament begleitet wurde stimmten 472 Abgeordnete für und 117 gegen das Programm. Die Konservative Partei stimmte so gut wie geschlossen dafür, die Mehrheit der Abgeordneten der Labour-Partei stimmte in dieser Abstimmung ohne jeden Fraktionszwang anders als ihr Parteichef auch dafür, was von den meisten Medien vor dem Hintergrund der anhaltenden Führungskrise der Partei interpretiert wird. Die Schottische Nationalpartei SNP – die 4 SSBNs sind im schottischen Faslane-on-Clyde stationiert – stimmte geschlossen dagegen, nach Angaben der Partei könnte das Belassen der Boote in ihrem schottischen Stützpunkt der schottischen Unabhängigkeitsbewegung zusätzlichen Auftrieb verleihen.

Quellen:

Deutsch:

Englisch:

 

„Das Boot“ wird fortgesetzt

Die Bavaria Studios in München wollen den erfolgreichen Film „Das Boot“ mit einer Drama-Serie für das Bezahlfernsehen fortsetzen. Ab Herbst 2017 sollen acht einstündige Folgen mit einem Budget von ca. 3 Millionen Euro pro Folge produziert werden. Die Serie soll dort ansetzen, wo „Das Boot“ aufhörte und um Handlungsstränge um die Alliierte Seite sowie um die französische Resistance erweitert werden. Zentrale Themen von Lothar-Günter Buchheim sollen nach Angaben des Studios auch wieder aufgegriffen werden, so zum Beispiel blinder Fanatismus, der junge Männer in sinnlose Kriege treiben würde, was heute mehr denn je ein Thema wäre.dasboot

 

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