Strandgut – August

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Nordkorea testet U-Boot-gestützte ballistische Rakete

Einer UN-Resolution zum Trotz testete Nordkorea am 24. August um 5.30 Uhr Ortszeit im Japanischen Meer von einem ihrer U-Boote aus eine ballistische Rakete. In Richtung Japan gestartet flog sie ungefähr 500 km weit und drang dabei 80 km in eine japanische Luftraumüberwachungszone, die nicht dem tatsächlichem Luftraum entspricht, ein, bevor sie ins Meer stürzte. Zuletzt hatte das Regime in Pjöngjang im April diesen Jahres mit wenig Erfolg einen Test von U-Boot-gestützten Raketen durchgeführt – diese Rakete flog nur 30 km weit. Mit der Einsatzbereitschaft dieses Waffensystems ist nach Einschätzung des amerikanischen US-Korea Institute der Johns Hopkins University frühestens im 2. Halbjahr 2018 zu rechnen.

Japan betrachtet diesen Test als große Bedrohung für seine Sicherheit und den Frieden in der Region, der japanische Premierminister Shinzo Abe bezeichnete ihn als “unerhörte Aktion”

Als Reaktion auf das am 22. August begonnene jährliche südkoreanisch-amerikanische Militärmanöver “Ulchi Freedom Fighter”, das eine nordkoreanische Invasion in Südkorea simulieren sollte, hatte das Regime in Pjöngjang bereits am selben Tage mit einem nuklearen Gegenschlag gegen Südkorea gedroht, sollten sich die geringsten Anzeichen einer Aggression bei diesem Manöver zeigen.

Quellen:

Massives Datenleck beim französischen U-Boot-Bauer DCNS

Beim französischen Rüstungskonzern DCNS, der sich kürzlich, wie wir in unserer Strandgut-Ausgabe Juni 2016 berichteten, sich im Bieterwettstreit um den Bau von 12 U-Booten für Australien gegen seinen deutschen Konkurrenten TKMS durchsetzte, gab es im August ein massives Datenleck. Dieses Datenleck betrifft allerdings nicht die für Australien zu bauende Barracuda-Klasse sondern die nach Indien exportierte Scorpène-Klasse, die außerdem noch von Chile und Malaysia betrieben wird.

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Das malaysische Scorpène-Boot Tunku Abdul Rahman bei der Rückkehr von einer Probefahrt in Lorient im Jahre 2008. Im Hintergrund ist der deutsche Scorff-U-Boot-Bunker zu erkennen. Foto von Pline, CC BY-SA 3.0

Auf den 22.400 Seiten dieses Lecks seien detaillierte, hochsensible und geheime Informationen zu den operativen Fähigkeiten insbesondere der Ortbarkeit und den Waffen- und Kommunikationssystemen der in Indien gebauten Scorpène-Klasse enthalten, berichtete die australische Zeitung “The Australian”, die die Daten gesichtet und auszugsweise teilweise geschwärzt im Internet veröffentlicht hatte. Diese wurden der Zeitung durch eine australische Firma zugespielt, die die Daten von einer Firma in Südostasien auf einem Datenträger auf dem Postweg erhalten hat. Ursprünglich wurden die Daten wahrscheinlich schon 2011 von einem als Subunternehmer tätigen französischen Marineoffizier in Frankreich abgegriffen, wie die Tatsache, dass außer Informationen zur indischen Scorpène-Klasse auch Informationen zu Rüstungsprojekten anderer Nationen enthalten sind, nahelegt.

Die australische Regierung betonte zwar, dass es sich bei Daten des Lecks um eine völlig andere U-Boot-Klasse handelte, zeigte sich angesichts des Umfangs des Datenlecks bei seinem U-Boot-Lieferanten höchst besorgt. Der australische Minister für Rüstungsbeschaffung teilte allerdings mit, dass diese Angelegenheit keine Auswirkungen auf das australische U-Boot-Programm haben dürfte.

DCNS schaltete die französische Staatsanwaltschaft ein, vermutete es doch zunächst, dass es sich um einen Vergeltungsakt eines unterlegenen Konkurrenten handeln könnte und verwies außerdem auf die Möglichkeit, dass die Daten auch in Indien abgegriffen worden sein könnten. Der genaue Umfang des Datenlecks sowie die Verantwortlichen sollen noch ermittelt werden.

Quellen:

 

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